19.06.2013 | 17:30


 


An deiner Hand

An deiner Hand kam ich zum großen Strom,
geführt durch Jahre und ihre Zeiten.

An ihr nahm ich Einblick in die Welt,
sie war mir Lehre, Freude, Trost.

Mit deiner Hand war vieles leichter,
auch als sie symbolisch Schutz nur bot.

Gehalten glich mein Werden einer Feder,
die im Atem ihre Höhe hält.

Deine Hände unterstrichen Sprache,
gaben Bedeutung, klärten Sinn.

Sie hielten mich im Bann der Worte,
gaben meinen Träumen ihren Raum.

Und heute gehst du an meiner Hand
zum großen Fluss, längst ohne Namen.

Dich trägt das Jetzt, bescheiden, schmal,
ich suche die Größe, von dem, was war.

Hand in Hand noch, so gering die Distanz,
aber das Spiel deiner Gedanken, ist halbe Vakanz.

Cornelia Schornick

aus »AUSGEWÄHLTE WERKE XV«

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