12.02.2016 | 21:15


 


Geist und Verlangen

Still streife ich des Nachts durch deiner Träume Raum
weil dort dein Geist nach mir verlangend
und im Begehren nackt nach meinem Körper ruft

Bewachsen ist mein Herz mit wildem hohem Gras
durch das dein Atem leise fließend
in weichen Wogen sachte mein Gemüt bewegt

Ich pflanze Worte in den Orbit über dir
die sanft wie Hände dich ergreifen
weil immer ich es bin, die dich berühren darf

Umhüllt ist meine Blöße von vertrautem Duft
der deinem warmen Schlaf entströmend
in sattem Äther bläulich hütend mich umwölbt

Im weißen Mantel meiner Haut erwache ich
um deinen Körper zu bedecken
dann schließen zarte Lippen beide Tore auf

Dein Blick fällt unter dunklen Lidern nur auf mich
den Zug um deinen Mund erlösend
entweicht der schweren Tiefe stumm ein rauer Ton

May Anders

aus »AUSGEWÄHLTE WERKE XVIII«

 

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