6.12.2016 | 09:13


 


Christian Morgenstern - 100. Todestag

Christian Morgenstern - 100. Todestag

Am 6. Mai 1871 wurde Christian Morgenstern in München geboren, und am 31. März 1914 starb er in Meran. Dieses Jahr jährt sich sein Todestag bereits zum 100. Mal. Achim Risch, Kurator der Morgenstern-Literaturausstellung, beantwortete uns einige Fragen über den Dichter, der vor allem für seine humorvollen und außergewöhnlichen Werke bekannt war:

Was ist für Sie das Besondere an Christian Morgenstern?
Achim Risch: Das Besondere am Menschen Christian Morgenstern ist, dass er immer wieder den Unbilden des Lebens, die ihn ja hart trafen, mutig getrotzt hat. Das Besondere seiner Lyrik ist der von ihm entwickelte eigene Humor in Text und Wort und das Hintergründige in seinen Gedichten.

Wird dem Dichter heute an Schulen und Universitäten genügend gedacht?
Achim Risch: Ich kann dies nicht richtig beurteilen, weiß jedoch, dass in Schulbüchern Morgenstern heute weniger oder nicht vorkommt, entgegen früheren Zeiten. Unsere Bemühungen mit der Veröffentlichung und Übersendung des "Rufes vom Galgenberg zur Christian Morgenstern Ehrung 2014" im Jahre 2010 an eine große Zahl von Germanistikinstituten der Universitäten hat keinerlei Echo gefunden. Daraus schließe ich, dass der Dichter in Lehre und Forschung der neueren deutschen Literatur nur wenig oder keine Rolle spielt. Aber nur eine Vermutung.

Was genau ist der "Bund der Galgenbrüder"?
Achim Risch: Der "Bund der Galgenbrüder" war eine 1895 gegründete und auch noch 1896 aktive Verbindung von zunächst 6, später 8, jungen Freunden. Er entstand unter dem Eindruck deren Besuch auf dem einstigen Galgenberg in Werder (Havel) mit dem dort damals vorhandenen "Restaurant Galgenberg" und wirkte dann überwiegend in Berliner Gasstätten mit dem vom Morgenstern selbst beschrieben Zeremonielle zu deren eigener Belustigung und Freude. Er war sicher auch ein Forum des Gedankenaustausches junger aufstrebender Studenten und Künstler zum Aufbruch der herrschenden geistigen Verkrustung im wilhelminischen Reich.

Wie sehr litt Christian Morgenstern unter dem Verhältnis zu seinem Vater? Es soll ja eher schlecht gewesen sein.
Achim Risch: Das ist schwer zu belegen. Aus Äußerungen und besonders aus dem Briefwechsel Christians kann man entnehmen, dass er sehr darunter gelitten hat, dass er vom Vater keine Anerkennung und Zustimmung und nur ungenügende finanzielle Hilfe bekam. Dennoch war seine Liebe zu seinem Vater ungebrochen.

Das Gedicht "Fisches Nachtgesang" wurde in Christian Morgensterns Werk "Die Galgenlieder" veröffentlicht. Der Dichter löste die Sprache darin komplett auf als stummer Protest gegen sprachliche Konventionen und geistige Unbeweglichkeit:

 

 

 

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