27.07.2016 | 03:47


 


Auf den Spuren von Friedrich Hebbel

Auf den Spuren von Friedrich Hebbel

Geboren wurde Friedrich Hebbel in Wesselburen im Kreis Dithmarschen am 18. März 1813, also ganz im deutschen Norden. Doch die eigentliche Heimat des Dichters und Dramatikers war ab 1845 die K&K-Metropole Wien. In Wien schrieb Hebbel seine wichtigsten Werke, hier wurde er zu einer der bekanntesten Dichterpersönlichkeiten seiner Zeit, hier heiratete er 1846 und hier starb er am 13. Dezember 1863. Und in Wien engagierte er sich auch sozial und politisch, vor allem bei der Oktoberrevolution 1848.

Um mehr über Friedrich Hebbel zu erfahren, haben wir ein Interview mit Ida Koller-Andorf, Präsidentin der Friedrich Hebbel-Gesellschaft in Wien, geführt. 

Was fasziniert Sie besonders an diesem Schriftsteller und was ist Ihrer Meinung nach sein wichtigstes Werk?
Ida Koller-Andorf: Das bedeutendste Werk von weltweiter Gültigkeit sind die "Nibelungen". Diese wurden erst kürzlich als die "Ilias" der Deutschen bezeichnet. Hebbel zeigt die Menschenschicksale in ihrer Tragik. Eine besondere Rolle kommt auch den Frauen zu, die gegenüber dem mittelalterlichen Epos bereits selbstbestimmt handeln.

Könnten Sie das Frauenbild von Friedrich Hebbel skizzieren?
Ida Koller-Andorf: Hebbels Frauenbild war geprägt von Achtung bis zur Verehrung. Er betrachtete bereits in seiner Zeit die beiden Geschlechter als gleichwertig. Daher heißt Hebbel (nach Lion Feuchtwanger) "Dichter der Menschenwürde".

Denken Sie, dass der Dramatiker heutzutage noch ausreichend beachtet wird?
Ida Koller-Andorf: Es wird keinesfalls genügend an Hebbel gedacht, weder in den Schulen, noch an den Universitätsinstituten. Beschämend in Wien ist, dass das einst führende "deutsche Theater", das Burgtheater, 40 Jahre Hebbel nicht aufgeführt hat. Die anderen führenden Bühnen haben bisher das Hebbel-Jahr ebenfalls vergessen.

Sie vergeben als Ehrung "Hebbel-Ringe". Welche Leistung muss denn erbracht werden um einen dieser Ringe zu erhalten?
Ida Koller-Andorf: In erster Linie ist die Vergabe an Schauspieler für außerordentliche Leistung in einem Hebbel-Drama vorgesehen.

Welches Gedicht würden Sie denn von Hebbel empfehlen, das wir unseren Lesern vorstellen könnten?
Ida Koller-Andorf: Das schönste Liebesgedicht der deutschen Literatur ist "Ich und Du", nicht nur nach meiner Meinung.

Sie wollen mehr Friedrich Hebbel? 
Dann besuchen Sie die Friedrich Hebbel-Gesellschaft online unter http://www.hebbel.at/ und erfahren Sie mehr über das Leben des Dichters und die Friedrich Hebbel-Gesellschaft. 
 

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