22.09.2017 | 20:39


Friedrich Schiller - Dichter und Dramatiker

Friedrich Schiller - Dichter und Dramatiker

 


Johann Christoph Friedrich von Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren und verstarb am 9. Mai 1805 in Weimar. Er gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der deutschsprachigen Literatur und wurde durch seine Werke wie »Die Räuber« und »Wilhelm Tell« weltberühmt.
Neben Goethe war er einer der wichtigsten Vertreter von Sturm und Drang, einer Protestbewegung junger Intellektueller, die etwa von 1765 bis 1785 andauerte und deren Schwerpunkte sich mit freier Entfaltung der Individualität und Forderung nach schöpferischem Genie befasste.

Leben

Schiller war das zweite Kind des Offiziers Johann Caspar Schiller und seiner Frau Elisabetha Dorothea Schiller und wuchs mit seinen fünf Schwestern zunächst in Gmünd und später in Ludwigsburg auf. Schon früh bemerkten Schillers Eltern seine außerordentliche Begabung und schickten ihn deshalb auf die Militärakademiedamit er dort die bestmögliche Ausbildung erhielt.
1773 begann Schiller mit seinem Jura-Studium an der militärischen Karlschule, das er jedoch 2 Jahre später zugunsten eines Medizin-Studiums aufgab. 1780 promovierte er mit Auszeichnung und begann daraufhin als Militärarzt zu arbeiten.

1789 wurde zu einem ereignisreichen Jahr für Friedrich Schiller. Er nahm eine Stelle an der Universität in Jena an und lehrte dort als Historiker, obgleich er eigentlich Professor der Philosophie war. Die Vorlesungssäle füllten sich in Windeeseile, nachdem sich herumgesprochen hatte, dass der Verfasser von »Die Räuber« höchstpersönlich unterrichten würde.
Durch seine neugewonnene finanzielle Stabilität inspiriert, schmiedete Schiller Zukunftspläne und warb noch im selben Jahr um Charlotte von Lengefeld. Die beiden heirateten 1790 in einer kleinen Kirche in Jena und bekamen im Laufe ihrer Ehe 4 Kinder, 2 Söhne und 2 Töchter.

Wenige Monate vor seinem eigentlichen Ableben, verbreitete eine Zeitung die Todesmeldung Schillers. Einige Wochen darauf erkrankte dieser tatsächlich an einer schweren Lungenentzündung, was vermutlich zu Tuberkulose führte. Schiller erlag seinen Leiden am 9. Mai 1805 in Weimar im Kreis seiner Familie.

Dichterfreundschaft
Die tiefe Freundschaft zwischen Schiller und Goethe hat ihre Wurzeln in der ersten Begegnung, die 1788 im Garten eines gemeinsamen Freundes in Rudolstadt stattfand. Danach vergingen einige Jahre, bevor die beiden in Weimar wieder aufeinandertrafen. Jedoch wurden sie nicht nur enge Freunde, sondern inspirierten und kritisierten sich auch gegenseitig bei ihrer Arbeit.
Der Tod Schillers traf Goethe schwer und er drohte sich selbst zu verlieren, wie er in einem Brief an Carl Friedrich Zelter schrieb.

Schiller als Dichter und Dramatiker
Mit dem Theaterstück »Die Räuber«, das 1782 uraufgeführt wurde, gelang Schiller nicht nur ein überragendes literarisches Debüt, sondern außerdem ein bedeutender Beitrag zum Drama des Sturm und Drang und der Weltliteratur.
Schillers lyrisches Schaffen war zunächst von Dichtern wie Schubart und Klopstock beeinflusst. Erst nach und nach fand er seinen eigenen Stil und schaffte literarische Meisterwerke, die heute vor allem dafür bekannt sind, dass sie Inhalte wie Gesellschaft und Menschheit thematisieren.
Neben Goethe war Schiller einer der wichtigsten Vertreter von Sturm und Drang und veröffentlichte zur Zeit dieser Epoche Werke wie »Die Räuber« und »Kabale und Liebe«.

Wichtigste Werke
»Die Räuber«
Das Bühnenstück, das zunächst als Lesedrama gedacht war, zählt zu den berühmtesten Werken Schillers und ist während der Epoche der Aufklärung entstanden. Es wurde 1781 anonym veröffentlicht und bereits ein Jahr später uraufgeführt, was Schiller schlagartig nationalen Ruhm brachte.
Das in fünf Akte unterteilte Drama schildert die Rivalität zweier adliger Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite steht der spätere Räuber Karl Moor, der von seinem Vater geliebte und intelligente Sohn, auf der anderen Seite sein kalter und berechnender Bruder Franz, der auf Karl eifersüchtig ist und das Erbe des Vaters für sich beanspruchen will. Das zentrale Motiv ist der Konflikt zwischen Verstand und Gefühl, ein wiederkehrendes Thema ist das Verhältnis von Gesetz und Freiheit.
Noch heute erfreut sich das Werk großer Beliebtheit und dient regelmäßig als Unterrichtsstoff deutscher Schulen.

»Wilhelm Tell«
Das 1804 veröffentlichte Drama gilt als das letzte fertiggestellte Werk Schillers vor seinem Tod und wurde im März desselben Jahres am Weimarer Hoftheater uraufgeführt.
Das Werk besteht aus 5 Aufzügen, die 3 separate Handlungsstränge miteinander verknüpfen. Im Mittelpunkt steht die berühmte Sage von Wilhelm Tell mit dem Apfelschuss und der Befreiung vom Tyrannen Gessler als einem Akt der Notwehr. Der geschichtliche Hintergrund wird durch die Handlung um den eidgenössischen Bund und die Befreiung der Schweiz gebildet. Die dritte Handlung wird durch die Liebesgeschichte des Ritterfräuleins Berta von Bruneck mit Ulrich von Rudenz bestimmt, dem Neffen des Freiherrn von Attinghausen, der sich mit seinem Volk versöhnt und ihm die Freiheit schenkt. Die letzten beiden Handlungsstränge verknüpfen sich am Schluss miteinander, während zwischen der Tell-Geschichte und dem weiteren Geschehen nur eine lose Verbindung besteht.

»An die Freude«
Das Gedicht entstand im Sommer 1785 und gilt als eines der bedeutendsten Werke Schillers. Es besteht aus 9 Versen zu je 8 Zeilen und wurde unter anderem von Ludwig van Beethoven als 4. Satz seiner 9. Sinfonie vertont. Mit überzeugender Intensität beschreibt diese Ode das klassische Ideal einer Gesellschaft gleichberechtigter Männer, die durch Freundschaft miteinander verbunden sind.
Eine genaue Analyse des Werkes können Sie hier in unserem Lyrik-Magazin nachlesen.

Schon gewusst?
Im Jahr 1802 wurde Schiller in den Adelsstand erhoben und durfte sich von diesem Zeitpunkt an Friedrich von Schiller nennen. Das ihm verliehene Adelsdiplom kostete 400 Gulden und wurde aus der Weimarischen Staatskasse bezahlt. Schiller selbst konnte die Summe damals nicht aufbringen, da er zu Lebzeiten beinahe immer knapp bei Kasse war.

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