27.08.2016 | 15:33


 


Die Epoche der Romantik

Die Epoche der Romantik

Sehnsucht und Liebe – bis heute sind diese beiden Begriffe wichtige Bestandteile der Lyrik. Bereits in der Epoche der Romantik (ca. 1795 bis 1848) waren dies zwei typische Motive. Denn durch diese beiden Empfindungen gelangte das lyrische Ich nicht nur zu seinem eigenen wahren Ich als Individuum, sondern auch zu seiner Freiheit. 
Diese Triebkräfte der Menschlichkeit spiegelten sich vor allem in Gedichten wider, deren Themeninhalte die Natur oder die Wanderschaft waren. Zwei Motive, die auch heute noch in der Lyrik vertreten sind und bei vielen Dichtern wahrscheinlich noch die gleiche Bedeutung haben wie den Lyrikern in der Romantik.

Die Wanderschaft bedeutete Freiheit. Man fühlte sich losgelöst von Pflichten und Zwängen, denen man im Alltag begegneten. In der Romantik stand eine Wanderschaft aber auch für den Versuch, sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen zu verwirklichen und zu sich selbst zu finden. Ebenso vertraute sich der Wanderer Gott an, in der Hoffnung, dass der Herr ihn sein Reiseziel sicher erreichen ließ. Man befriedigte seine Sehnsucht nach der Ferne und linderte das Fernweh.

Was wäre die Lyrik ohne die Natur? Vor allem in der Epoche der Romantik war sie ein beliebtes Thema, denn es galt, nicht einfach nur zu beschreiben was man sah. Vielmehr war es die Aufgabe des Dichters, darüber hinauszugehen und die Natur auf märchenhafte und unwirkliche Weise wiederzugeben. Es war das Ziel, sich selbst aber auch das menschliche Leben darin wiederzufinden.

Die blaue Blume war das zentrale Symbol der Romantik. Sie stand für die Sehnsucht, die Liebe und das Streben nach dem Unendlichen. Aber auch für das Erkennen des eigenen Ichs, des Individuums. Der Weg zu seinem Selbst führte über die Liebe: Denn nur wenn man diese in all ihrer Formen durchlebte, erkannte man die Natur und darüber hinaus letztendlich sich selbst.
(Lesen Sie passend dazu das Gedicht "Die blaue Blume" von Joseph Freiherr von Eichendorff unter "Lesen & Genießen".)

Schon gewusst? Auch das Unheimliche war ein typisches Motiv der Romantik. Daher entstand Ende des 18. Jahrhunderts eine Unterströmung dieser Epoche: Die Schauerromantik (oder auch Schwarze Romantik). Schauplätze dieser Bewegung waren hauptsächlich Friedhöfe, Ruinen, dunkle Wälder und Höhlen. Die Faszination des Bösen, die Melancholie und die Gestaltung des menschlichen Wahnsinns und des Todes waren die charakteristischen Merkmale der Schauerromantik. Aus ihr entwickelte sich später nicht nur die moderne Horrorliteratur, sondern auch die heutige Gothic-Kultur beinhaltet viele Traditionen der Schwarzen Romantik.

Eine kleine Aufgabe! Die folgenden Gedichte entstanden während der Romantik. Probieren Sie es, die Gedichte von Joseph Freiherr von Eichendorff und Ludwig Tieck vor dem Hintergrund der Romantik zu vergleichen und zu interpretieren. 

 

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