30.09.2016 | 02:03


 


Die Weimarer Klassik

Die Weimarer Klassik

Wir nehmen Sie diesen Monat mit in die Vergangenheit und zwar in die Epoche der Weimarer Klassik. In dieser Zeit wirkten Goethe, Schiller, Herder und Wieland in Weimar und es entstanden neue Ansichten über die Gesellschaft und den Menschen. Zu dieser spannenden Epoche haben wir Dr. Jochen Klauß, der an der Klassik Stiftung in Weimar arbeitet, ein paar Fragen gestellt.

Wann begann und endete die Weimarer Klassik? Anscheinend gibt es dazu verschiedene Ansichten.
Dr. Jochen Klauß: Als Weimarer Klassik kann die Zeit der Zusammenarbeit Goethes mit Schiller angesehen werden, also von 1794 bis 1805. Eine zweite Möglichkeit ist den Beginn 1786 mit Goethes Italienreise zu datieren und das Ende mit Schillers Tod im Jahre 1805.

Was macht die Epoche so bedeutend für die heutige Literatur bzw. Lyrik?
Dr. Jochen Klauß: Deutsch wird zur Dichtungssprache und somit entsteht um 1800 die Blütezeit der deutschen Literatur. Diese Epoche bildet den Maßstab für nachfolgende Dichtungen und es entstehen wahre Musterwerke in den verschiedensten Bereichen der Literatur, zum Beispiel bei Romanen, Kurzprosa, Lyrik und Balladen.

Welche Autoren gab es neben Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Johann Gottfried Herder und Christoph Martin Wieland noch?
Dr. Jochen Klauß: Neben dem „Viergestirn“ von Weimar, wie die von Ihnen genannten Autoren gerne bezeichnet werden, gibt es eine lange Reihe deutscher Autoren. Um Einige zu nennen: Jean Paul Friedrich Richter, Heinrich von Kleist, Heinrich Heine, Friedrich Gottfried Klopstock und Friedrich Hölderlin. Aber es gab auch Lyrikerinnen, wie Karoline von Günderrode und Bettina von Arnim.

Die „schöne Seele“ wurde damals als das Ideal angesehen. Was ist unter diesem Begriff zu verstehen?
Dr. Jochen Klauß: Die Bezeichnung bezieht sich auf die innere Schönheit des Menschen. Diese ist sowohl rein und edel, als auch harmonisch und tugendhaft. Das Gemüt der „schönen Seele“ strebt aus eigenem Antrieb nach dem Guten.
Ziel der Klassik war es den Menschen zum Guten, zu wahrer Menschlichkeit zu erziehen. Dieses Ideal kann nur erreicht werden, wenn der Einzelne in seinen menschlichen Fähigkeiten ausgebildet wird und diese harmonisch übereinstimmen.

Welche Rolle in der Weimarer Klassik spielte Wilhelm von Humboldt?
Dr. Jochen Klauß: Wilhelm von Humboldt war ein lebenslanger enger Freund Goethes. Beeinflusst von den Ideen der Klassik, reformierte der Politker und Sprachforscher das Bildungswesen. Dadurch erhielt der Einzelne eine umfassende Allgemeinbildung und wurde nicht wie vorher schon auf einen Beruf spezialisiert. Zusätzlich war Humboldt einer der Mitbegründer der Berliner Universität.

 

 

 

 

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