25.08.2016 | 03:06


 


Die Ballade

Die Ballade

Die Ballade gilt allgemein als mehrstrophiges erzählendes Gedicht ohne eine bestimmte Thematik, die für sie spezifisch ist. Aus Sicht der Literaturwissenschaft vereint die Ballade lyrische, epische und dramatische Merkmale:

Lyrik: Der Form nach sehen Balladen wie Gedichte aus. Sie haben Verse, Strophen, Reime und auch meist ein strenges Metrum.
Epik: Die Ballade erzählt eine Geschichte, die sowohl ernsthaft als auch humorvoll sein kann.
Drama: Die Geschichte in der Ballade wird szenisch dargestellt, und meist treten mehrere Sprecher im Dialog auf.

Das Balladenjahr
Im Jahr 1797 schrieben Johann Wolfgang von Goethe und Friederich Schiller viele ihrer bekanntesten Balladen, weshalb das Jahr auch als Balladenjahr bezeichnet wird. In einem Briefwechsel tauschten sich die beiden Dichter über Ansichten und Theorien zur Dichtkunst aus und vereinbarten diese in ihren Gedichten umzusetzen. Dadurch begann eine Art dichterischer Wettstreit zwischen den beiden, aber sie regten sich dennoch gegenseitig zu Änderungen und Korrekturen an.
So entstanden zum Beispiel: "Der Zauberlehrling" und "Der Erlkönig" von Goethe, "Der Taucher" und "Der Handschuh" von Schiller.

Ballade und Musik
Ursprünglich galt die Ballade als Tanzlied und im 19. Jahrhundert wurden viele Balladen vertont. Sie dienten einigen Komponisten als Inspirationen für Melodien und tauchten auch in einigen Opern auf.
Auch in der heutigen Musik werden einige Balladen immer wieder auf moderne Art aufgegriffen. Schöne Beispiele dafür sind Goethes Balladen "Der Zauberlehrling"und "Der Erlkönig":

"Der Zauberlehrling": Die Ballade des Zauberlehrlings ist häufig Unterrichtsstoff an Schulen und auch eines der bekanntesten Werke Goethes. Die Geschichte eines Zauberlehrlings, der ohne seinen Meister einen Zauberspruch ausprobiert und leider die Kontrolle darüber verliert. Schließlich muss sein Meister bei dessen Rückkehr eingreifen und die Situation wieder in Ordnung bringen.
Fans der Walt Disney-Filme erinnern sich nur zu gerne an den Film "Fantasia", in dem Mickey Maus als Zauberlehrling versucht Herr über Besen und Wasser zu werden. Dabei verwendete Disney die Vertonung des Komponisten Paul Dukas.
Eine vollkommene andere Vertonung ist die Version des Musikprojekts "Junge Dichter und Denker". Denn diese singen nicht, sondern rappen den Text.

"Der Erlkönig": Mindestens genauso bekannt wie der Zauberlehrling ist die Ballade des Erlkönigs. Auch dieses Werk erhielt viele Vertonungen, unter anderem von Franz Schubert und Ludwig van Beethoven. Auf Schuberts Komposition baute die deutsche A-capella-Band "Maybebop" ihre Interpretation des Gedichts auf.
Das Gedicht diente einer weiteren deutschen Band ebenfalls als Inspiration, nämlich "Rammstein". Die Rock-Band adaptierte die Geschichte des Vaters und seines Sohnes und kreierte eine ganz eigene moderne Version der Geschichte. Zum Beispiel reiten die beiden nicht auf einem Pferd, sondern befinden sich in einem Flugzeug. Auch das Schicksal des Jungen wurde leicht geändert.

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