26.07.2016 | 14:11


 


Schreibblockade. Was tun?

Schreibblockade. Was tun?

Schreibblockade, Schreibhemmung, Durststrecke ... es gibt viele Bezeichnungenfür diese Phase, in
der man kein Wort aufs Papier bringt oder keine Inspiration hat. Viele Autoren hatten sie schon einmal, von Franz Kafka bis J. R. R. Tolkien. Auch Max Kruse ist eine Schreibblockade nicht unbekannt. Der 91-jährige Schriftsteller ist bekannt für seine Kinderbuchreihe "Urmel aus dem Eis", aber er veröffentlichte auch mehrere Romane und Gedichte. Erst im Februar erschien sein neuer Gedichtband "Mein Herz beginnt zu schweben".

Herr Kruse, hatten Sie schon mal eine Schreibblockade?
Max Kruse: "Schreibblockaden" kennt wohl jeder Schriftsteller, aber eigentlich gibt es sie nur, wenn man aus irgendeinem Grunde gezwungen ist - oder sich gezwungen sieht - zu schreiben. Meist fehlt die Motivation, oder es fehlen einem die Gedanken, es fehlt eine schöne Geschichte, ein Aufhänger.

Was würden Sie dagegen empfehlen? Sollte man versuchen weiterzuschreiben oder einfach abwarten, bis die Phase vorbei ist?
Max Kruse: Zwingen kann man sich nicht, aber nichts tun bringt auch nichts. Jedenfalls nicht auf längere Sicht. Gut ist, mal eine Pause zu machen, etwas ganz anderes tun, lesen, Musik hören, träumen, all das kann helfen.
Gespräche mit Freunden, mit Kollegen. Und immer wieder vor allem etwas schreiben, irgendetwas, ja, auch nur Sätze, die man wegschmeißen will, zum Beispiel einen Brief an sich selbst oder einen Freund, dem man das Problem erzählt, ohne dass  man ihn absenden sollte. Nur eben, damit die Hand, bzw. der Kopf in Schwung kommt. 

Haben Sie noch einen praktischen Tipp?
Es gibt die verschiedensten Rezepte, sich Notizen machen, viele Notizen, Zettelchen. Otfried Preußler ging mit einem kleinen Recorder spazieren, da kamen ihm die besten Gedanken.
Über das Thema reden ist immer von Nutzen. Nur nicht von Anfang an etwas Vollkommenes schreiben wollen, die Feinarbeit kommt erst später, die Entwürfe dürfen so wild aussehen, wie sie wollen. Nicht verzweifeln, es immer wieder versuchen. Aber - und das ist ganz wichtig - gelassen bleiben, und Geduld mit sich selber haben. Wer vom Schreiben leben muss, hat es oft schwer, das wünsche ich keinem. Von Alkohol oder anderen Aufputschmitteln rate ich dringend ab. 

 

Was denken Sie? Wir haben auf unserer facebook-Seite unsere vielen Freunde gefragt, was ihrer Meinung nach bei einer Schreibblockade helfen kann.
18 Personen beteiligten sich an unserer Umfrage. Hier sehen Sie das Ergebnis:

 

 

 

 

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